Schriftarten des 19. Jahrhunderts

Schriftarten des 19. Jahrhunderts
In einer Zeit, in der die Briefkultur Hochkonjunktur hatte, legte man nicht nur Wert auf guten Ausdruck, sondern auch auf ein ausdrucksstarkes Schriftbild – sowohl in der Handschrift als auch im Druck. Entsprechend waren die Schriftarten des 19. Jahrhundert gekennzeichnet durch eine kaligraphische Ästhetik.

Gebrochene Schriften – Meisterwerke der Kalligraphie

Im 19. Jahrhundert verwendete man noch keine – wie heute gebräuchlichen – runde Schriften, deren Bögen ohne Unterbrechungen durchgehend gezogen sind, sondern sogenannte „gebrochene“ Schriften. Für diese sind die Unterbrechungen in den einzelnen Bögen charakteristisch. Der Bruch in den Bogenschwüngen entsteht dadurch, dass der Schreibende die Feder bei der Ausführung von Bogenschwüngen – beispielsweise bei den Buchstaben „O“, „M“ oder „N“ – zwischendurch absetzt. Durch das Absetzen und Neuansetzen der Feder entsteht der für diese Schriftarten typische Bruch in den Bögen, was zur Bezeichnung „gebrochene Schriften“ führte. Gerade diese Unterbrechungen sind es, welche diesen Schriftarten ihre Ästhetik verleihen und sie zu kalligraphischen Meisterwerken machen.

Die bekanntesten Schriftarten im 19. Jahrhundert

Man unterscheidet die Schriftarten nicht nur des 19. Jahrhundert in Druck- und Schreibschriften. Als Druckschrift gebräuchlich war die Schriftart „Fraktur“. Unter den Schreibschriften fanden zwei Schriftarten Verwendung: Die Deutsche Kanzleischrift und die Deutsche Kurrentschrift. Die Fraktur-Schrift für Druckwerke fand nicht nur im 19. Jahrhundert Verwendung, sondern wurde noch 1941 eingesetzt. Hier finden Sie noch einmal die wichtigsten Schriftarten des 19. Jahrhunderts im Überblick:

Druckschrift

o Fraktur

Schreibschrift

o Deutsche Kanzleischrift

o Deutsche Kurrentschrift

Die Fraktur im Druck als bedeutendste unter den sogenannten „Deutschen Schriften“

Ihre Wurzeln hat die Fraktur-Schrift bereits im15. Jahrhundert, wurde aber voll ausgeprägt im 16. Jahrhundert. Seitdem war sie die dominierende Druckschrift, die mehrere Jahrhunderte bis 1941 Bestand hatte. Wer sich für eine ausführliche Geschichte der Fraktur-Schrift interessiert, kann diese im Typolexikon online nachlesen: http://www.typolexikon.de/f/fraktur.html

Die gebrochenen Schreibschriften in der Blütezeit der Klassik und Romantik

Für den Privatgebrauch üblich war die Verwendung der Deutschen Kurrentschrift. Daneben wurde speziell für amtliche Dokumentationen die Deutsche Kanzleischrift eingesetzt. Auch diese Schriftart ist eine Kurrentschrift und wird deshalb auch oftmals „Kanzlei-Kurrent“ genannt. Charakteristisch für die Kanzlei-Kurrent sind ausgeprägte Schnörkel, kräftige Grundstriche und kurze Unter-und Oberstriche. Die eher privat gebräuchliche Kurrentschrift ist weniger verschnörkelt. Eine ausführliche Historie sowie zahlreiche Textbeispiele finden sich unter http://www.deutsche-kurrentschrift.de/.

Die Schriftarten des 19. Jahrhunderts für die moderne Computertypographie

Unter dem Begriff „Fraktur“ findet man in der Regel keine Schriftart in den modernen Office-Anwendungen. Wer Texte in Fraktur verfassen möchte, kann hierbei auf die Schriftart „Old English“ zurückgreifen. Diese Schriftart entspricht genau dem Fraktur-Schriftbild, wie es im 19. Jahrhundert für den Druck eingesetzt wurde. Viele Schriftarten finde Sie kostenfrei unter http://www.myfont.de/. Diese lassen sich ganz einfach installieren: Sie starten den Download, indem Sie die Fonts passend für Ihr Windows oder Mac auswählen und anklicken. Der Download startet automatisch. Bei anderen Anbietern von kostenfreien Fonts gehen Sie entsprechend der Anleitung vor. In der Regel erhalten Sie die Fonts als ZIP-Datei in Ihrem Download-Ordner. Diese entpacken Sie nun und öffnen den Ordner. Kopieren Sie die Open- und True Type Schriften und fügen Sie sie in Ihrem Fonts-Ordner unter Windows ein. Das geht ganz leicht, indem Sie folgendem Pfad folgen: Sie klicken c: an und öffnen den Ordner „Windows“. Dort suchen Sie nach dem Ordner „Fonts“. Hier fügen Sie einfach die Schriftarten ein. Sie stehen Ihnen nun für alle Anwendungen zur Verfügung.

Comments

comments

teamadmin